Evelyn Windisch

Lernen im hohen Norden

<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-wuerenlos.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>125</div><div class='bid' style='display:none;'>3118</div><div class='usr' style='display:none;'>7</div>

Es ist nun so weit. Nach zehn Jahren Dienst im Gemeindepfarramt in der reformierten Landeskirche Aargau haben Pfarrpersonen Anspruch auf einen vierzehnwöchigen Studienurlaub.
Vor zehn Jahren durfte ich in Montréal als Gastdozent am Institut für Religionsforschung an der McGill Universität agieren. Diesmal zieht es mich nach Norden an die Ostsee und zwar an die theologische Fakultät der Universität Greifswald. Die Universität Greifswald wurde im Jahr 1456 gegründet und ist somit eine der ältesten Universitäten im deutschsprachigen Raum.

Zuerst war sie unter päpstlicher Aufsicht und dann lange unter schwedischer Herrschaft, bevor das Bundesland Mecklenburg-Pommern im aufstrebenden Preussen aufgenommen wurde. Die Universität besteht bis heute und hat folglich eine der ältesten evangelisch theologische Fakultät.
In diesem Teil der ehemaligen DDR ist der Kirchenbesuch fast am tiefsten von ganz Deutschland. Die Evangelische Kirche Deutschland, ein Verbund von lutherischen und reformierten Kirchen in den verschiedenen Bundesländern, wagte ein interessantes und ungewöhnliches Experiment: Auf diesem Boden mit so vielen kirchenfernen Menschen errichtete sie ein Institut für Gemeindeentwicklung und Evangelisation.

Die Idee war, nicht nur zu erforschen, warum so viele Menschen der Kirche und dem Glauben den Rücken gekehrt haben, sondern vor allem auch Wege zu finden, um genau solche Menschen mit der frohen Botschaft des Evangeliums anzusprechen und sie hoffentlich auch zurück zu gewinnen. In den etwa zwanzig Jahren seines Bestehens hat dieses Institut schon viele Anregungen zur Erneuerung von Gottesdienstformen, Gemeindeaufbau und Leitungsstrukturen gegeben. Es ist eine Art Labor für Kirchenexperimente und es hat gerade darum das Interesse geweckt von Kirchen im Inland und im Ausland.

Während des Sommersemesters, welches von Anfang April bis Mitte Juli dauert, treffen sich zwölf Pfarrpersonen, mehrheitlich aus deutschen Kirchen, um Lehrveranstaltungen und Seminare an der Universität wie auch am Institut zu besuchen und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Ich freue mich sehr auf diesen frischen Wind aus dem Norden, den ich gerne nach Würenlos mitnehmen werde, wenn wir hoffentlich endlich wieder unser kirchliches Leben feiern können.

Unterdessen wünsche ich Ihnen gesunde und gesegnete Tage.
Mit herzlichen Grüssen und den
besten Segenswünschen
Timothy Cooke
Bereitgestellt: 25.03.2021     Besuche: 41 Monat 
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